

Im Rahmen unserer Blogbeitragsserie – Funktionale Sicherheit – werden wir in diesem Blog auf die Bedeutung der Sicherheitsmatrix, auch Abschaltmatrix genannt, eingehen.
In der Risikobeurteilung nach Maschinenrichtlinie, also im Rahmen der Dokumentation zur CE-Konformitätsbewertung, werden für jede Sicherheitsfunktion die Anforderungen niedergeschrieben, u. a. wird der erforderliche Performance Level (PLr) bestimmt. In der Praxis entsteht dabei schnell eine typische Herausforderung: Die Sicherheitsfunktionen sind sauber beschrieben, aber die exakte Zuordnung der beteiligten Sensoren und Aktoren bleibt unklar. Gerade bei komplexeren Maschinen ist es schwer innerhalb der Risikobeurteilung, alle Aktoren genau aufzulisten. Das liegt nicht an mangelnder Sorgfalt, sondern an der Komplexität der Aufgabe selbst. Eine Risikobeurteilung soll strukturiert und lesbar bleiben. Würden dort alle Aktoren bis ins Detail aufgeführt werden, wäre sie schnell überfrachtet. Gleichzeitig kann ein einzelner Aktor, etwa ein Schütz, ein Ventil oder ein Antrieb, in mehreren Sicherheitsfunktionen eine Rolle spielen.
Genau hier setzt die Sicherheitsmatrix an. Sie stellt dabei das Bindeglied zwischen der Risikobeurteilung und dem rechnerischen Nachweis dar. Sie bietet einen strukturierten Überblick, der die Zusammenhänge zwischen Sicherheitsfunktionen und realen Signalen sichtbar macht. Sie ist damit nachvollziehbar für Fachleute und verständlich für Außenstehende. Statt sich durch Schaltpläne und Textpassagen zu arbeiten, zeigt die Matrix auf einen Blick:
- Welche Sicherheitsfunktion wirkt wann? (z. B. Not-Halt, Schutztür, Lichtvorhang)
- Welche Sensorik löst diese Funktion aus?
- Welche Aktorik setzt die sichere Reaktion um? (Schütze, Ventile, STO/SS1, Bremsen)
- Welche weiteren Parameter sind für die einzelnen Sicherheitsfunktionen relevant (Steuerungskategorie nach EN 60204-1 und die Systemarchitektur (Kategorie) der Sicherheitsfunktion nach EN ISO 13849-1)
Der Vorteil zeigt sich meist schnell. Fehlzuordnungen werden vermieden, in mehreren Sicherheitsfunktionen verwendete Aktoren werden transparent und die Sicherheitsfunktionen lassen sich konsistent zur Validierung und Verifizierung nachverfolgen. Besonders bei vermeintlich kleinen Änderungen („nur ein Sensor wird ersetzt“ oder „ein zusätzlicher Abtrieb kommt dazu“) verhindert die Matrix böse Überraschungen, weil sofort erkennbar ist, welche Sicherheitsfunktionen betroffen sind.
Die cesitec unterstützt Sie dabei, eine Sicherheitsmatrix praxisnah aufzubauen und als belastbaren Bestandteil der Risikobeurteilung und CE‑Dokumentation zu verankern. Damit
erhält eine komplexe Anlage eine nachvollziehbar prüfbare Sicherheitsstruktur. Sprechen Sie uns an.